Holz von A-Z

Wissenswertes zu den Themenbereichen Restaurierung/Konservierung und natürlich allem, was mit Holz zu tun hat. Diese Seite befindet sich zum Teil noch im Aufbau und wird schrittweise ergänzt.

Viel Spaß beim Anschauen!


A

Achse  optische
Optische Achse heißt die gemeinsame Achse von Linsen. Sie ist die Gerade durch den Mittelpunkt derselben. 
   
Ahorn  Verwendung:
- als Furnier
- als Vollholz für Möbelteile, Parkett  
Akanthus  der / grch / Acanthus tritt als Zierform an den Kapitellen der korinthischen Säulen auf, Ursprung ist jedoch die griechische Palmette. In der mittelalterlichen Ornamentik oft als fortlaufende Ranke gebildet, erscheint das Akanthusmotiv seit dem 15. Jahrhundert auch in Verbindung mit ande­ren Ornamentgattungen     
Akrylglas  Plexiglas, organisches Glas aus thermoplastischen Akrylglas.     


B

Ball- und claw
foot
 
(engl) Möbelfuß in Form einer Klaue bzw. Kralle die eine Kugel umgreift, besonders um 1710 bis 1760 .
Vergleiche das buddhisthische Symbol des ballhaltenden Löwen. 
Ballonlehne   eine Stuhlform des 19.Jh. mit ballonartiger Ausbuchtung. 
Baluster  Docke, eine Säule mit elliptischer oder birnenförmiger Ausbuchtung. 
Bambus-
Drechselarbeit
 
Möbeldetail aus gedrechselter Buche oder Esche mit bambusartiger Malerei, besonders bei englischen und amerikanischen Möbeln des ausgehenden 18. und angehenden 19.Jh. 
Band  Beschläge an Türen und Fenstern, mit denen die Flügel bzw. Türen am Rahmen drehbar aufgehängt werden.
Die gebräuchlichsten Formen sind: Langband; Fischband; Scharnierband; Schippen- oder Lappenband; Kreuzband; Winkelband; Klavierband; Ösenband.
Auch eine Anlege wird als Band bezeichnet. 
Bandelwerk  eine schmückende Furnierarbeit. Ausführung in Edelholz bzw. ge­färbten Hölzern. Hochblüte im Mittel des 18.Jh., so beispielsweise bei Süddeutschen Barockmöbeln und Österreichischen Möbeln der Maria Theresia Epoche. 
Barock  Das B. oder der B.
Seine Frühzeit beginnt um 1600, die Hochblüte liegt in der ersten Hälfte des 18.Jhd.
Frankreich, Hochburg des höfischen Absolutismus setzt eigene Maßstäbe für die künstlerischen Entfaltungsmöglichkeiten. Der Sonnenkönig Ludwig gibt die Richlinien für Architektur und Möbelkunst.
In Deutschland gewinnt der Barock erst im 18. Jhd. nach dem dreißigjährigen Krieg- seinen Einfluß auf die Einrichtung höfischer, kirchlicher und bürgerlicher Kreise.
Der Barock bringt neue Möbeltypen hervor. Neue Raumaufteilungen resultieren aus den sich entwickelnden gesellschaftlichen Lebens- und Umgangsformen.
Das Möbel löst sich aus der Raumvertäfelung; die Truhe, der Wandschrank und die umlaufende Bank verlieren ihre Bedeutung. An ihrer Stelle kommt die Kommode, der Schrank und die Sitzgruppe. 


C

Certosa-
Mosaik
 
"lavoro alla certosa"
Es handelt sich um einen kunstgeschicht­lichen Begriff und zwar um eine Art Mosaikkunst wie man sie in Venedig und den Kartäuserklöstern der Lombardei findet.
Nach wissenschaftlichen Erkenntnissen kommt sie jedoch nicht aus klösterlichen Werk­stätten sondern die Objekte dürften als Sammlerstücke dorthin gekommen sein.
Das Cerosa-Mosaik ist eine Zusammensetz­arbeit die vorzugsweise aus Elfenbein, Metall und Perlmutt besteht.
Diese Kunst wird noch im heutigen Indien ausgeführt und wird als sogenanntes Bombay­mosaik bezeichnet, eine wohl ursprünglich persische Technik die dorthin kam.
Die zugerichteten Materialien werden als Muster zusammengelegt und im Block über Klebefugen vereint. Dann werden Furnier­scheiben so abgesägt, daß sie vereint schmückende geometrische Flächen ergeben von dünnen Messingbändern effektvoll durchzogen. 
Chagrin  Gefärbte und polierte Haifischhaut für edle Holzobjekte. 
Chippendale   Thomas Chippendale, englischer Kunst­tischler *1718 +1779 London, schuf um 1750 in London den ersten spezifisch englischen Möbelstil, der bald Nachahmung im nördli­chen Europa und in den USA fand.
Kennzeichen: Verbindung von Elementen des Rokokos aus Frankreich mit Rocaillen, geschwungenen Beinen, feuervergoldete Broncebeschläge, sowie des gotischen Maßwerks wie:
Radfenster oder Spitzbogen in den Lehnen und Nachahmungen des ostasiatischen Kunsthandwerks. Lattenwerk, gerade Beine mit klassizistischen Formengut.
Das Streben nach Zweckmäßigkeit und einfacher, schlanker Gesamtform gehört zu den Grundkonzeptionen Chippendales.
Seine Materialien sind hauptsächlich Mahagonie, im Schmuck herrschen Einlagen andersfarbiger Hölzer vor. Die Oberflächen tragen bevorzugt edle Lackierungen und Vergoldung.
Chippendale sperrt und sichert Holzarbeiten indem er sie sperrholzartig in Schichten verleimt. Beispielsweise wird Schnitzwerk an filigranen Stellen unbrüchig. 
Cilling  Auf der Basis mehrfarbiger, mineralischer Farbfocken entsteht eine ganz individuelle in Farbe und Struktur unvergleichliche Wirkung, die auf fast jede Oberfläche aufgebracht werde kann. Mehr dazu HIER... 


D

Damaszierung  nach Damaskus/ sog. "Damaszener Klingen" Stäbe und Drähte unterschiedlicher Stärken und Farbe, sowie Härte werden miteinander verschweißt, durch Hämmern gestreckt, so daß sich Nahtlinien und Muster ergeben. Eine aus Indien stammende Metallkunst. Seit dem ausgehenden Mittelalter auch in Europa -Mailand, Solingen. 
Dolle   eiserner Dicknagel 
Diadem  Höfischer Kopfschmuck, später auch in der vornehmen Gesellschaft getragene breite Schmuckspange. Ziert die Stirn und Schläfen in Andeutung einer Bekrönung. 
Durchpaus-
schablone
 
Bildhaft perforiertes Papier oder Karton, wird auf die Werkstoffläche gelegt und durch die Löcher gepuderte Pigmente mit dem Säckchen durchgeschlagen.  


E

Ebenist-
Stempel
 
J.M.E. oder M.E.
Abkürzung für Jurés-Menuisiers-Ébénistes bzw. Menusier-Ébéniste, der Kontrollstempel des Komitees der Pariser Ebenisten und Me­nusiers nach der Auflösung ihrer Zünfte 1790.
Der Stempel wurde alleine oder zusammen mit dem Meisterstempel auf Möbel aufgebracht um die Erfüllung der geforderten Qualität ihrer Ausführung zu belegen. Mehr Infos, gibt´s HIER 
Ebenist-
Werkstätte
 
Die Formgebung, Funktion und Ausschmückung der Möbel und Geräte unterliegt wie andere handwerklich oder künstlerisch geschaffene Objekte, dem jeweiligen modischen Trend. Während bewährte Werkstoffe weiterhin Bestand für die handwerkliche Grundarbeit haben, sucht man für die Ausschmückung nach neuartigen und effektbringenden Materialien und Methoden.
Die Einrichtung der Werkstätten ist auf das kunsthandwerkliche und künstlerische Wirken der Meister und Gesellen eingerichtet. Der Großteil der Werkzeuge wird nach handgerechtem Entwurf selbst angefertigt, häufig verziert und signiert.
Das Werkzeugsortiment für die Furnierarbeit ist umfangreich und besteht aus Rahmensägen zum Aufsägen der Bretter und solche mit besonders dünnem Blatt für Herstellung von Sägefurnier. Dann Spannsägen bzw. Fuchsschwänze für den Zuschnitt und Gratsäge oder Grundsäge für Eingratungen. Die Schweifsägen mit versdrehbarem Sägeblatt ermöglichen das Schweifen und Dekupieren. Die spannbare kleine Bogensäge mit auswechselbaren dünnen Sägen und mit feinster Zahnung wird für die Intarsien und Marqueterie-Arbeit eingesetzt.  
Eichenrinde  Die Rinde der nordamerikanischen Eiche, quercus tinctoria, Quercitrinde, ist auf Grund ihres Gerbsäuregehaltes zum Gelb- und Braunfärben geeignet.  
Empire   Unter Napoleon I. in der französischen Bau­kunst, Möbelstil, Dekoration und Mode aus­geprägter Stil des ausgehenden 18.Jh.. Bleibt bis um 1830 ein dominierendes Stil­element. Hauptmotive sind Urnen, Vasen, Säulen und streng geometrische Bauformen. Applikationen auf glatten Flächen sind Pal­metten, stilisierte Löwen, Lyren, Chimären, Sphinxen, usf. Bevorzugte Hölzer sind Maha­goni, Ebenholz, Rüster und Ahorn. Später im Übergang zum deutschen Bieder­meier auch Kirschbaum, Birke, Ahorn. 


F

Faltwerk  Flächenauflösende Profilreihung auf Füllungen und Flächen von Möbeln der Spätgotik und Renaissance. Die Ausführung erfolgt stehend in Holzfaserrichtung. Der obere und untere Auslauf wird mit Ornamenten oder den Profilen nachfolgenden Absätzen abgeschlossen. 
Feston  Girlandenschmuck aus Zweigen, Blumen, Fruchtbehänge mit Blättern nach antiken Vorbildern. Ein Dekor der Renaissance, im Barock und Klassizismus, später im Historismus. 
Fieberrinden-
baum
 
Cinchona
In Amerika heimisches Rötegewächs -Rubi aceae-;
Cinchona calisaya var. lagerina liefert die alkaloidreiche Chinarinde.
Vergl.Färbbeizmittel Chinarinde  
Funier   


G

Galerie  Geschlossenes oder durchbrochenes Ziergeländer als umlaufendes Bauteil bzw. Dekor von Tabletts, Aufsatzteilen, Schreibmöbeln, Tischen, Regalen usf..
Ausführung aus Messing, Bronce, Holz und ähnlichen Werkstoffen. 
Gefache  Im Fachwerkbau gehört das Gefache zum tragenden Gerüst und nehmen zugleich das wändebildende Flechtwerk auf. Das Gefache besteht aus eichenen Stickhölzern um die ein Flechtwerk aus zölligen (25 mm Durchmesser) Weiden oder Haselnußästen gewunden wird.
Die so geflochtenen Flächen erhalten einen Verputz, wobei die konstruktiven Balken flächenbündig sichtbar bleiben und dem Bau das typische Fachwerkbild verleihen.  
Geigenlehne  geigenförmiges Mittelbrett der Rückenlehne eines Sitzmöbels. 
Gitterwerk  Offenes, durchlässiges geometrisches Muster, das verflochtene, schmale Holzblätter oder Leisten zeigt. Oft farbig unterlegt oder geschlossen als Schnitzarbeit. 


H

Habitat-
Knopf
 
Unter einem konvexen Glas sind Blumen, Grä­ser, Insekten u.a. für den Beschauer angeordnet. Der Habitat-Knopf ist seit dem späten 18. Jh. bekannt. 
Henri-deux-
Stil
 
Bezeichnung für den Stil der französischen Kunst unter der Regierung Heinrichs II. und seiner Nachfolger, in dem sich die Renaissance in Frankreich entgültig durchsetzte. 
Hepplewhite  Georg, englischer Möbelkünstler bis 1786: schuf einen Möbelstil,
der erst nach Hepplewhites Tod zur vollen Geltung gelangte und mit reicherer Dekoration, Leichtigkeit und Eleganz die
Chippendale-Möbel verdrängte.Hepplewhite
Georg, englischer Möbelkünstler bis 1786: schuf einen Möbelstil,
der erst nach Hepplewhites Tod zur vollen Geltung gelangte und mit reicherer Dekoration, Leichtigkeit und Eleganz die
Chippendale-Möbel verdrängte. 
Hieroglyphen  /grch/ - heilige Inschriften 
Holzarten  Eine Übersicht über verschiedene Holzarten finden Sie HIER 


I

I. N. R. I.  Abkürzung für
JESUS NAZARENUS REX JUDAEORUM
/lat/ Jesus von Nazareth, König der Juden Aufschrift am Kreuze der Juden. 
Indigo  Natürlicher Indigo ist der älteste und wichtigste pflanzliche Farbstoff und kommt vor in den in Ostasien heimischen Indigoferaarten, Indigofera tinctoria, Indigo leptostachya u.a., ferner im Färberwaid, Isatis tinctoria, der früher in Deutschland und Frankreich kultiviert wurde. 
Inkarnat  das /ital/
Fleischton, in der Bild- und Skulpturenpolychromie die Farbe der menschlichen Haut. 
Inkrustation  Die Verzierung von kunstvollen Objekten durch Einlegen von farbigen Werkstoffen wie z.B. Stein, Horn, Perlmutt in eine anfänglich weiche, später aushärtende Masse. Eine besondere Inkrustationstechnik ist das Einglasen von aus weißer Paste geformten Kameen. 
Isis  ägyptische Göttin. Schwester und Gemahlin des Osiris, Mutter Horus.
Häufige Darstellung mit Kuhhörnern wie Hattor. In hellenistischer Zeit: Universalgöttin. 


J

J. M. E.  Abkürzung für Jurés-Menuisiers-Ébénistes bzw. Menusier-Ébéniste, der Kontrollstempel des Komitees der Pariser Ebenisten und Menusiers nach der Auflösung ihrer Zünfte 1790. 
Japanwachs  Das rohe Wachs hat eine grüne Färbung. Die Bleichung erfolgt natürlich durch Sonnenbleichung oder im chemischen Verfahren. Das Wachs wird vor allem in China und Japan von den Früchten einiger Rhusarten, gewonnen.
Das Wachs sitzt als Überzug auf den Kernen der beerenartigen Früchten. 
Jugendstil  Der Ursprung des Jugendstil findet sich in München, ausgehend von der Zeitschrift `Jugend' welche 1895 die Namensgeberin wird. Das Thema der Jugendstilkünstler ist `die Pflanze und ihre Bewegungen' eingefügt oder eingesogen in Dekor und Formgebung der Objektdarstellung.

 


K

Kartusche  die /ital/franz,
Zierrahmen aus halbaufgerollten Bändern; sogenanntes Rollwerk, Blätter in ornamentalem Umlauf, mit geschlossenem Tafelfeld mit flacher oder gewölbter Innenfläche. 
Kathedrale  die /grch/lat/
Bischofskirche, Bezeichnung in England, Frankreich Dom, Münster, Bezeichnung in Deutschland 
Knorpelwerk  Ornamentzierform der Barockzeit um 1610 bis 1670 n.Chr., vor allem in Mitteleuropa. Die bauchig tendierenden wulstartigen Aus­formungen sind später zum Teil nach innen gestülpt und bilden sich dann als Ohrmuschelstil. 
Kollonade  die /frz/
Säulengang mit geradem Gebälk im Vergleich zur Arkade mit Bogenabschluß. 


L

Lärche  Familie der Pinaceae.
Bis 50m hohe. hellgrüne, ungleich vierkantige Nadeln, vereinigt in becherartigen Scheiden bis 40 Nadeln, die in wechselständigen Büscheln stehen. Die Nadeln fallen im Herbst ab.
Heimisch auf der nördlichen Erdhalbkugel: in Europa findet man die gewöhnliche Lärche Larix decidua. Harzreiches Holz. 
Leder  nach der Abnahme der Haare und Oberhaut (Epidermis) durch chemisch-physikalische Vorgange wird die Tierhaut bzw. das Faser­geflecht der Lederhaut (Corium) durch Gerbstoffe chemisch verändert.
Durch Imprägnierung mit Fettstoffen wird das Material als Leder gebrauchsfertig.
Die Lederarten werden entsprechend ihrer Herstellungsart bezeichnet 
Linde  Tilia, Heiligenholz
Gattung der Lindengewächse Tiliaceae; Familie der Columni Ferae.

Arten:
Silberlinde, Tiliae argentae und die Winterlinde, Tilia cordata.
Blüht ca. 2 Wochen nach der Sommerlinde, Tilia platyphyllos.
In Deutschland heimische bis 30m hohe Baumarten.
Reine Waldbestände gibt es nicht sondern Teil von Laubwäldern.
Alter von Einzelbäumen bis 1000 Jahre. Schnell wachsender Baum mit dichter, gerundeter Krone und weit ausladenden Ästen. Die glatte Rinde wird im Alter rissig-borkig.
Das Lindenholz ist weich und gut schneidbar.
Im Gegensatz zur Erle frei von Gefäßversandungen. 
Lot  das, Senklot, Senkblei, zum Messen und Prüfen des senkrechten bzw. lotgerechten Verlaufs einer Kante. 


M

Mahagoni  das / indian engl /
Allgemein-Name für das Holz von etwa 90 Baumsorten;
die verschiedenen systematischen Familien und Erdteilen angehören.
Das echte Mahagoni liefern Bäume der zentralamerikanischen Art Swietenia mahagoni, - ein Zedrachgewächs.
Das Holz ist rötlich und zeigt eine charakteristische Maserung.
Es ist nicht rissanfällig und verwirt sich wenig bei nicht extremer raumklimatischer Belastung.
Das Afrikan-Mahagoni stammt vom Maul­beergewächs Chlorophora excelsa. Es hat schlichte bis reich geflammte Maserungen, z.B. das Sapelimahagoni.  
Mandelbaum  Prunus amygdalus
Familie der Rosengewächse.
In Vorder- und Zentralasien heimischer Baum. Höhe bis 6 m. In Deutschland nur als Zierbaum. 
Mörser   


N

Nachgotik  Eine Stilaussage der Epoche des Historismus um 1880.
Die formalen und dekorativen Elemente der Gotik wurden in andere Stilformen des Historismus eingebracht (s.Historismus) 
Nagel  Drahtstift besteht aus einem Schaft mit Spitze und Kopf.
Dr Nagel dient der Verbindung von Holzteilen, der Befestigung und dem Bespannen von Werkstoffen aller Art, als Dekor, in der Hufschmiede usf. 
Neubarock  künstlerischer Historismus des ausgehenden l9.Jh.
Orientiert sich am 17. und 18.Jh.
Zeigt überzogene Formen und Üppigkeit des Dekors. Das Neubarock geht über in das Neurokoko. Das Neubarock entspricht dem deutschen Wilhelminischen Stil. 
Neugotik  Wiederaufnahme der Gotik im 18. und 19.Jh. In England um 1750 als Stilbewegung entwickelt, dann auf den Kontinent übergehend. Sie steht im Zusammenhang mit einer romantisierenden Nachahmung mittelalterlicher Formgebungen.
Ab 1830 wird die Neugotik besonders in der sakralen Kunst und im öffentlichen Bauwesen stildominierend. Vergleich Nachgotik 
Nierenförmige
Möbel
 
Im 18. Jh. war die Nierenform bei Möbeln beliebt und wurde vor allem von Chippen­dale, 1750 - ca. 1820 England, verwendet.
In der Nachkriegsaera des II. Weltkrieges, um 1950, fand sich die Nierenform in neu­zeitlicher Version vor allem für Tische 
Nut  Holzverbindung bei der die Nut ein langgezogener, ausgehobelter Schlitz die Feder des Gegenstückes oder die einzel­verbindende Feder aufnimmt.
Früher mit dem Nuthobel ausgehobelt, wird sie mit Beginn des Maschinenzeitalters mit der Fräse ausgefräst oder mit der Kreissäge genutet. 


O

Ohrmuschel
dekor
 
Spätform des Knorpeldekors um 1630 - 70. Eine Ornamentform die an Ohrmuscheln erinnert. Vergl. Knorpeldekor. 
Ormoulu  Goldbronce, Bronce doré, eine Bronce aus der Applikationen für Möbel hergestellt werden. Seit dem 16. Jh. in Frankreich hergestellt für hochwertige Schmuckmontirungen. 


P

Polieren mit
PolierÖl
 
Jede Vorölung bzw. Anfeuerung von Edelhölzern ect. muß vor dem Auftrag von Filmbildnern absolut weggeschlagen bzw. getrocknet sein. 
Padfoot  Auf Scheibe ruhender englischer Möbelfuß. 
Palmette  Palmenblattartig gefächertes Ornament. Als Einzel- oder Reihen­dekor in der Antike beliebt.
Im ausgehenden 18.Jh. ein bevorzugtes Motiv auf europäischen Möbeln und anderen Kunstobjekten. 
Paneel  Gerahmte Holzvertäfelung, Wandvertäfelung. 
Perlstab  Perlschnur. Zierleiste mit Reihung von run­den oder ovalen Perlen.
Klassizistisches Dekor, welches im 16. und 17.Jh. an Möbeln und Gerät als laufende Zierde Verwendung findet. 


Q

Quassi  Quassi amara, Stammpflanze des echten Quassiaholzes. Gattung der Bitter­holzgewächse, Simarubaceae. Baum, Strauch,
Höhe bis 5 m.
Heimat: Sûdamerika.

Eigenschaft: leicht, weich, zäh. 
Quebracho  das / span. /
Hartes und schweres Holz von roter oder weißer Farbe. Enthält zu 20% Tannin und ist ein termitensìcheres Holz.
Heimat: Südamerika.
Zu den Sumachgewachsen gehörende Gattung Schinopsis. 
Querhaus  Transept, Querschiff, ein zur Hauptachse einer Kirche querIiegender Raum. Er bildet die Grenze zwischen Chor und Langhaus 


R

Rahmen-
konstruktion
 
Tragendes Rahmenwerk mit Füllung. Seit dem 15.Jh. in Europa, jedoch schon früher in antiken Kulturen gebräuchlich. Eine Holz­technik, die die Fachbereichsgrenze Zimmermann - Schreiner aufzeigt und typisch für den Möbelbau wird. Der typische Rahmenbau besteht aus der eingesetzten, abgeplatteten Füllung, die in der Nut oder dem Falz des sie umgebenden Rahmens sitzt. 
Régence  Phillipp II. v. Orléans 1715 - 1723 n. Chr. zwischen Louis-quatorze und Louis-quinze. Auflockerung der Barockformen mit Verfeinerung des Dekors.
Die Oberflächenveredelung mit Furnierkunst wird bevorzugt. 
Restaurierung  Technologisch-wissenschaftliche Maßnahmen zur Wiederherstellung, Sichtbarmachung und Bestandsicherung originaler Substanz historischer und neugeschichtlicher Objekte. 
Rohrgeflecht  Meist aus Schilfpalme hergestellt. Verwen­dung für Sitz- und Liegemöbel ab dem 17.Jh. 


S

Samt  Sammet, ein Gewebe mit einer kurzen, dichten meist aufgeschnittenen Flordecke. 
Sandstrahl-
gebläse
 
Ein Gerät bei dem feiner Sand aus einer Düse mit ca. 7 atü herausgeblasen wird. Der Sand schlägt auf die Werkstofffläche auf und entfernt aufliegende Fremdstoffe. 
Satinholz  Seidenholz, Atlasholz des Chloroxylon swietenia ein Rautengewächs. Heimisch in Vorderasien und Sri Lanka.
Eigenschaft:
seidig glänzend, gelb bis rotgelb. 
Sattelsitz  Stuhlsitz mit sitzanatomischer Formung, typisch beim Windsorstuhl. 
Schablone  die / frz. /
Zum Nachbilden gleicher Formen, Gegenstände, Umrisse u.a. Musterstücke aus Kunststoff, Holz, Pappe, Blech usf. 
Schellack  Aus Stocklack, Lacca in baculis wird der durch Reinigungs- Lösungs-, Entfärbungs- und Schmelzvorgänge der eigentliche Schellack in seinen unterschiedlichen Handelsformen gewonnen.
Im Vergleich zu anderen historischen Firnissen und Lacken war die Bereitung von Schellack-Lösungen relativ einfach.
Die Auflösung in geistiger Flüssigkeit über gelindem Kohlenfeuer' verursachte dem Kistler, Schreiner oder Ebenisten keine großen Schwierigkeiten. Wesentlich war die Methode des Auftrags und Bearbeitung zur Erzeugung einer schönen Glanzlack-Oberfläche. Denkbar ist, daß der Schellack schon im ausgehenden 17.Jhd. Verwendung fand, obwohl die ersten Aufzeichnungen darüber erst aus Mitte des 18. Jahrhunderts stammen und Polierverfahren in Naßballentechniken erst später beschrieben werden. 
Sekretär  Ein Schreibschrank mit aufklappbarer Schreibklappe und Inneneinrichtung. Seit der Renaissance gebräuchlich. 
Stollen-
schrank
 
Anrichte, Möbel der Spätgotik. Es dient hauptsächlich der Aufbewahrung und Ausstellung von Tafelgeschirr. 


T

Termiten  Weiße Ameisen, Ioptera. 
Terpentine  /grch/
Sammelbezeichnung für die Balsame, abflüssige Harze verschiedener Pinusarten. 
Thonetmöbel  Bugholzmöbel von Michael Thonet, 1796-1871. Er entwickelte ab 1830 ein Verfahren zur Herstellung von sog. Bugholzmöbel. Durch Heißdampfverfahren in Pressformen konnten vorgefertigte Holzteile gebogen und geformt werden. So auch Holz- und Sperrholzflächen. 


U

Ultramarin  gehörte früher zu den kostbarsten Malfarben. Es ist nicht zu verwechseln mit dem Bergblau, ein Kupferblau. 
Umbra  die / lat. / - Schatten.

Die Farbstoffbezeichnungen:
Erdbraun, Römisches Braun, Kölner Braun, für ein dunkelbraunes Farbpigment.
Es ist eine aus der Verwitterung von manganhaltigen Erzen entstandene Substanz mit lichtechter Eigenschaft. 


V

Vakuum  Ein luftleerer Raum wie z.B. in Glühlampen, Dewargefäßen. 
Vergoldung   
Vertiko  der das (nach Vertikow Berlin)
Kleiner Zierschrank mit Aufsatz: Historismus.  
Verzierung   Dekoration und Schmuck, Ausschmückung Zier­rat. Zur Verzierung von Objekten mit farb­lichen Mitteln, Ornamenten o.ä. als ab­schließende veredelnde Arbeit oder Montie­rung. 
Volute   die / frz. /
Wichtiges Dekor des ionischen Kapitells. Es ist mit schneckenförmig eingerollten Win­dungen ein tragendes Glied. Es findet Wie­derverwendung in der Renaissance, dem Ba­rock und später im Historismus 


W

Waldglas  grünes, nicht entfärbtes Glas aus den Anfängen der Glasherstellung in Deutschland. Glasart bis zum 16. Jh. 
Walnussöl  Herstellung:
Durch Pressung auf kaltem Wege wird das fette Öl hauptsächlich in Kalifornien, aus den entschälten reifen Nüssen gewonnen. Die Ausbeute liegt zwischen 55% bis 60%.

Eigenschaften:
Eine dünnflüssige, farblose oder hell- bis grünlichgelbe Flüssigkeit, deren Geruch und Geschmack angenehm, mild ist. 
Wirbelrosette  Rosette mit radial angeordneten Wirbelblättern. 


X

Xylothek  Holzbibliothek
Holzgefertigte Büchersammlung in Kastenform.
Nimmt je nach Holzart zugehörige Blätter, Früchte, Blüten usf. auf. 


Y

Yard  das / engl. / - Elle
Kurzzeichen Yd, Längenmaß in Großbritannien. 1 Yd - 3 feet zu 12 Inches = O,914399 m
USA = O,91440 m
Seit 1101 durch König Heinrich I eingeführt: von seiner Nasenspitze bis zum ausgestreckten Arm und gestreckter Daumenspitze. 


Z

Zapfen  In der Holzverbindung unterschiedlich aus­gebildet.
Beispiele:
Scher-Zapfen, Schräg-Zapfen, Längs-Zapfen, gestemmter Zapfen, gebohrter Zapfen; auch mit Dübel bezeichnet. 
Zarge  Konstruktives und / oder schmückendes Bauteil im Möbelbau, Ausbau u.a. oder Seiten­wand im Instrumentenbau bei Geigen, Trom­meln u. 
Zeder  Aus Nordamerika stammender Strauch oder bis 30 m hoher Baum mit bräunlichsilbergrauer Rinde und kleinen, 1 bis 2 mm langem, rhombisch-eiförmigen bis lanzettlichen, gegenständigen Kuppen­blättern Frucht kleiner, bräunlich-violetter. Beerenzapfen. In der Gegend von Nürnberg für die Bleistiftherstellung viel angepflanzt.